Wie sieht eine Wiese aus, wenn man plötzlich so klein ist wie ein Insekt? Wie fühlt es sich an, mitten zwischen hunderten Kranichen zu stehen? Und warum sind Moore eigentlich so wichtig für Natur und Klima? Für das internationale NABU-Erlebniszentrum KRANICHWELTEN haben wir eine immersive digitale Ausstellung entwickelt, die Besucher mitten hinein in drei ganz unterschiedliche Lebensräume bringt. Kraniche, Insekten und Moor werden dabei nicht nur erklärt. Sie werden erlebbar. Drei interaktive VR- und Touch-Module verbinden hochauflösende 360°-Welten mit digitalem Storytelling und spielerischer Wissensvermittlung. So entsteht moderne Umweltbildung, bei der die Perspektive immer wieder wechselt – manchmal sogar ziemlich drastisch.
Im Zentrum der digitalen Ausstellung stehen drei immersive Erlebniswelten: Kraniche, Insekten und Moor. In der Kranichwelt beginnt die Reise unter anderem dort, wo Naturfotografen normalerweise stundenlang auf den perfekten Moment warten: in einer Fotohütte. Von dort geht es hinaus auf die Felder und mitten hinein in die Rast der Kraniche. In 360° stehen die Besucher plötzlich zwischen den „Vögeln des Glücks“ und können ihnen so nahekommen, wie es in der Realität aus Gründen des Naturschutzes kaum möglich wäre. Für die Aufnahmen befand sich unsere 360°-Kamera während der Kranichrast direkt auf den Nahrungsflächen. Die Tiere kamen dabei teilweise unmittelbar an die Kamera heran – und sogar ein startender Seeadler ließ sich einfangen.
Für die Insektenwelt ändert sich der Maßstab. Die Besucher erleben eine Wiese aus der Perspektive ihrer kleinsten Bewohner. Plötzlich werden Grashalme zu Bäumen und eine eigentlich vertraute Landschaft zu einer völlig neuen Welt. Die immersive Perspektive macht biologische Vielfalt nicht nur sichtbar, sondern emotional erfahrbar. Die VR-Experience zeigt, wie viel Leben sich auf kleinstem Raum abspielt und welchen Stellenwert Insekten für funktionierende Ökosysteme haben.
Die dritte virtuelle Expedition führt ins Moor. Moore gehören zu den faszinierendsten und gleichzeitig besonders bedrohten Lebensräumen. Die Experience vermittelt ihre biologische Vielfalt und zeigt, welche zentrale Rolle Wasser für diese Landschaften spielt. Das Thema endet dabei nicht an der VR-Brille. Auch im Außengelände der KRANICHWELTEN können Besucher unterschiedliche Moorlandschaften und ihre Bedeutung für Natur, Artenvielfalt und Klima entdecken. Digitale und reale Naturvermittlung greifen damit direkt ineinander.
Die drei Welten sind nicht als isolierte VR-Anwendungen konzipiert. Jedes Modul verbindet Virtual Reality und interaktive Touch-Anwendungen zu einer gemeinsamen digitalen Ausstellung. Wer gerade keine VR-Brille trägt, kann die Themen über die Screens erkunden, zusätzliche Inhalte aufrufen und tiefer in die jeweiligen Lebensräume eintauchen. Damit funktionieren die Module auch im laufenden Ausstellungsbetrieb als gemeinsames Erlebnis: Ein Besucher steckt mitten in der virtuellen Welt, während andere gleichzeitig Inhalte am Touchscreen entdecken können. Virtual Reality, 360°-Welten und Touchscreens werden so zu einer zusammenhängenden digitalen Ausstellung.
Neben den drei großen Erlebniswelten haben wir weitere digitale Anwendungen für die Ausstellung entwickelt. Eine interaktive Livecam bringt das Geschehen draußen direkt in die Ausstellung und ermöglicht beispielsweise die Beobachtung an einem Futterhaus. So wird aus einem Screen ein digitales Fenster in die Natur. Ein weiteres Touch-Modul gibt den Besuchern die Möglichkeit, ihre Eindrücke zur Ausstellung zu hinterlassen und Feedback zu geben. Die Ausstellung kommuniziert damit nicht nur in eine Richtung – die Besucher werden selbst Teil des digitalen Systems.
Hinter all der Technik steht ein klares Ziel: Lust auf biologische Vielfalt zu machen. Die KRANICHWELTEN widmen sich Kranichen, ihren Lebensräumen und dem Naturschutz. Gleichzeitig werden Themen wie Moore, Insekten und Biodiversität in unterschiedlichen digitalen und analogen Formaten vermittelt. Virtual Reality eröffnet dabei Perspektiven, die in der Realität kaum möglich wären: mitten auf einer Kranich-Nahrungsfläche stehen, ohne die Tiere zu stören. Eine Wiese mit den Augen eines Insekts erleben. Oder einen empfindlichen Lebensraum erkunden, ohne ihn betreten zu müssen. So wird aus Technologie ein Werkzeug für Naturschutz und Umweltbildung.
Das internationale NABU-Erlebniszentrum KRANICHWELTEN liegt bei Günz in Vorpommern, mitten in einer der bedeutenden Kranichrastregionen Mitteleuropas. Das Zentrum verbindet eine interaktive Indoor-Ausstellung mit einem weitläufigen Außengelände und schafft damit einen Erlebnis- und Lernort rund um Kraniche, biologische Vielfalt und Naturschutz. Die digitalen VR- und Touch-Anwendungen ergänzen die reale Ausstellung und ermöglichen Perspektiven und Begegnungen mit Natur, die vor Ort sonst kaum erfahrbar wären.