Sportplätze und Stadien sind Orte der Begeisterung, der Emotionen und des Gemeinschaftsgefühls. Doch hinter manchen dieser Orte verbirgt sich eine dunkle Vergangenheit: Während der NS-Zeit wurden dort Zwangsarbeiter*innen unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und ausgebeutet. Das Projekt Orte des Jubels – Orte des Unrechts deckt diese wenig bekannten Kapitel der Geschichte auf und macht sie für ein breites Publikum sichtbar – digital, interaktiv und eindrucksvoll.
Durch den Einsatz digitaler Medien und multimedialer Inhalte werden historische Orte erlebbar gemacht. Die Website jubel-unrecht.de bietet eine innovative Plattform, um diese Erinnerungsorte visuell und informativ zu erschließen. Mit Zeitzeuginnenberichten, originalem Archivmaterial und historischen Karten können Nutzerinnen tief in die Vergangenheit eintauchen und verstehen, wie eng Sportgeschichte und NS-Zwangsarbeit miteinander verwoben sind.
Unsere interaktive Karte dokumentiert ehemalige Zwangsarbeitslager, die auf oder in unmittelbarer Nähe von Sportstätten existierten. Dabei setzen wir auf die leistungsstarke Kartentechnologie von Mapbox in Kombination mit einer flexiblen Datenbank- und CMS-Lösung. Diese Verbindung ermöglicht eine dynamische Visualisierung historischer Standorte, die fortlaufend aktualisiert und erweitert werden kann. Durch eine Kombination aus historischem Bildmaterial, interaktiven Kartenansichten und originalen Dokumenten machen wir das Unsichtbare sichtbar. Besucher*innen können sich intuitiv durch verschiedene Standorte navigieren und in die Geschichten der betroffenen Menschen eintauchen.
Um eine noch intensivere Auseinandersetzung mit der Thematik zu ermöglichen, setzt das Projekt auf Gamification-Elemente. Nutzer*innen können in einem interaktiven Minigame der fiktiven Figur Alma helfen, für ihr Fanzine zu recherchieren. Durch das Lösen verschiedener Aufgaben und das Sammeln von Informationen erschließen sie sich wichtige historische Hintergründe und können am Ende ihren eigenen Artikel über das Thema verfassen. Diese spielerische Herangehensweise fördert nicht nur das Lernen, sondern schafft auch eine persönliche Verbindung zur Geschichte.
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist der Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) zur Erstellung
von Illustrationen und Animationen. Da bei historischen Projekten oft nur begrenztes oder unvollständiges
Bildmaterial vorhanden ist, wurde KI genutzt, um visuelle Inhalte ansprechend und eindrucksvoll zu gestalten.
So können historische Themen auf eine kreative und zugängliche Weise vermittelt werden, ohne dabei auf klassische
Archivbilder angewiesen zu sein.
Das Projekt richtet sich an Fußballfans, Geschichtsinteressierte, Pädagoginnen und Journalistinnen. Durch digitale
Erlebnisse wollen wir das Bewusstsein für die historischen Zusammenhänge schärfen und eine nachhaltige
Erinnerungskultur fördern. Unser Ziel ist es, historische Verantwortung mit modernster Medientechnologie zu
verbinden – für eine interaktive und partizipative Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Das Projekt Orte des Jubels – Orte des Unrechts ist Teil der Bildungsagenda NS-Unrecht und wird gefördert vom Bundesministerium der Finanzen sowie unterstützt von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Es entsteht in Zusammenarbeit mit den Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht sowie lokalen Initiativen, Archiven und Historiker*innen.